Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat sich in den vergangenen Jahren die Arbeitssituation der freiberuflichen Geburtshilfe extrem und kontinuierlich verschlechtert. Eine flächendeckende Versorgung mit Geburts- und Hebammenhilfe ist daher nach Einschätzung des Deutschen Hebammenverbandes in ländlichen Gebieten schon jetzt nicht mehr gegeben. Der Hebammenverband befürchtet, dass sich diese ohnehin schon unbefriedigende Situation im Verlaufe dieses Jahres weiter dramatisch verschlechtern wird, weil viele Hebammen wegen erheblich gestiegener Haftpflichtprämien bei ohnehin geringen Einkünften die unabhängige Geburtshilfe oder ihre berufliche Selbständigkeit oder den Beruf ganz aufgeben werden.
Die Antworten des Senats sind zumindest unbefriedigend. Für Bremen sei die Versorgung mit Hebammen derzeit völlig ausreichend. Die Einkünfte bei freiberuflichen Hebammen liegen allerdings erheblich unter denen der in Kliniken angestellten Kolleginnen, zu den Bezügen nimmt der Senat allerdings keine Bewertung vor, da das Sache der Tarifpartner sei. Immerhin wird in der Antwort des Senats konstatiert, dass durch die Landesregierung die weitere Entwicklung der Bezüge in dieser Berufsgruppe mit Aufmerksamkeit beobachtet wird. Denn man „vermutet, dass sich hieraus Veränderungen für die Grundlagen der Eingruppierung im Tarifvertrag für Hebammen ergeben könnten.“
Die weitere Entwicklung wird nicht nur der Bremer Senat beobachten. Auch die Linksfraktion wird sich mit dem Thema weiter beschäftigen und gemeinsam mit dem Deutschen Hebammenverband und mit Nachdruck darauf dringen, dass die wichtige Tätigkeit der Hebammen und Entbindungspfleger angemessen vergütet wird.