Zurück zur Startseite
3. März 2010 Fraktion, Arbeit

Wohnen in Nachbarschaften Beschäftigungsverhältnisse der QuartiersmanagerInnen

Am 3. November wurde in Bremen 10 Jahre „WiN- Wohnen in Nachbarschaften“ gefeiert. Das Nachfolgeprogramm der Nachbesserung in Großsiedlungen findet bundesweit Beachtung für die aufgebauten Partizipationsstrukturen und die positiven Veränderungen in den benachteiligten Quartieren Bremen. Mehrere 1000 Projekte sind über WiN, Soziale Stadt und LOS bzw. Stärken vor Ort erfolgreich in den Programmgebieten umgesetzt worden. Die Partizipation der häufig bildungsfernen, vom Arbeitsmarkt abgeschnittenen und sozial abgehängten Personen und die Integration von MigrantInnen und weiteren ausgegrenzten Personengruppen wird hier gut gefördert und unterstützt.

Vor Ort ist in allen Gebieten ein Quartiersmanagement geschaffen worden, welches die Förderprogramme koordiniert, Integrierte Handlungskonzepte erstellt, Partition organisiert, Stadtteilforen aufbaut und koordiniert, etc. Einer Aufgabenbeschreibung aus einer der letzten Ausschreibungen für eine Quartiersmanagement-Stelle ist die Tätigkeit zu entnehmen:

  • Ansprechpartner/-in im Projektgebiet für Bewohnerinitiativen, Träger, Eigentümer, Ortsamt, Beirat
  • Initiierung und Unterstützung von Beteiligungsprozessen, Förderung von Selbsthilfe und Selbstorganisation der Bewohner/-innen bei der Planung und Umsetzung von Vorhaben/Projekten des Programms; Aktivierung von Bewohner/-innen, Trägern, Eigentümern und Unterstützung von Selbstorganisation und Beteiligung an der Quartiersentwicklung
  • Aufbau, Geschäftsführung und Begleitung von öffentlichen Foren („Stadtteilgruppe“) zur Information, Vermittlung von Projekten und Erteilung des „WiN-Gütesiegels“ für die Projekte
  • Unterstützung von Bewohnerinitiativen, Trägern, Organisationen, Einrichtungen usw. bei der Entwicklung von Vorhaben/Projekten und bei Anträgen auf Fördermittel der Programme WiN/Soziale Stadt; Unterstützung von Projektträgern bei der Akquise anderweitiger stadtteilrelevanter Programme (z.B. BiWAQ des Bundes, Programme des Bremer ESF etc.)
  • Initiierung, Steuerung und Umsetzung von Projekten in den Bereichen lokaler Ökonomie, Bildung, Gesundheit u.a.
  • Initiierung und Ausbau von projektbezogenen oder dauerhaften Kooperationen zwischen Institutionen,  Initiativen, Unternehmen und anderen lokalen
  • Akteuren/Experten, Bündelung lokaler Potentiale und Ressourcen zur integrierten Stadtteilentwicklung
  • kompetente Erörterung von erarbeiteten Handlungsempfehlungen bzw. von Projektanträgen aus dem Bürgerbeteiligungsprozess mit dem Auftraggeber
  • Projekt- und programmbezogene Öffentlichkeitsarbeit im Quartier
  • Erstellung eines jährlichen Zwischen- und Abschlussberichtes

Dies ist den beschäftigten Quartiersmanagern in den vergangenen Jahren in hervorragender Weise gelungen.

Wir fragen den Senat:

  1. Wie viele QuartiersmanagerInnen gibt es in Bremen?
  1. Wem sind diese unterstellt (Dienst- und Fachaufsicht)?
  1. Wer ist der Anstellungsträger der einzelnen MitarbeiterInnen?
  1. Wie viele Arbeitsverträge mit welcher Laufzeit hatten die einzelnen QuartiersmanagerInnen jeweils bisher?
  1. Gab es schon ein Gespräch zwischen dem/der Dienstvorgesetzten mit den QuartiersmanagerInnen in Bezug auf ihre Beschäftigungsverhältnisse, wenn ja wann und mit wem?
  1.  Gab es dazu Anfragen und wie wurde damit umgegangen?
  1. Wurden die bisher befristet angestellten QuartiersmanagerInnen für die Besetzung  von freien unbefristeten Stellen vorgesehen, wenn nein, warum nicht?
  1. Wie verträgt sich der Ausschluss von Teilzeit mit dem Zertifikat „Audit Beruf und Familie“ und gab es schon geteilte Stellen im Quartiersmanagement-Bereich, wenn ja wann und wo?
  1. Findet der Senat, dass diese ständigen befristeten Beschäftigungsverhältnisse motivierend für die MitarbeiterInnen sind?

Inga Nitz, Monique Troedel, Peter Erlanson und Fraktion DIE LINKE