27. Oktober 2014

Nach schweren Ausschreitungen in Köln: LINKE verlangt Aufklärung über Beteiligung aus Bremen an neonazistischem Hooligan-Netzwerk

Am gestrigen Sonntag (26.10.) führte das neonazistische Netzwerk ‚Hooligans gegen Salafisten‘ (HoGeSa) in Köln eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern durch. Es kam zu schweren Ausschreitungen. PassantInnen, Polizeibedienstete und JournalistInnen wurden aus der Versammlung heraus massiv angegriffen. Neonazis aus Bremen waren an dem Aufmarsch beteiligt, bewarben die Veranstaltung im Vorfeld, traten als musikalischer ‚Special Guest‘ auf und erledigten offenbar organisatorische Aufgaben.

Kristina Vogt, Vorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, erklärt: „Im Vorfeld der Krawalle gab es eine bundesweite Mobilisierung in der gewaltsuchenden Nazi-Szene, Tausende kündigten ihre Teilnahme öffentlich bei Facebook an. Wir fragen uns angesichts dieser Fakten, wie die Sicherheitsbehörden so fahrlässig sein konnten, die größte und gewalttätigste Nazi-Demo der letzten Jahre weitgehend unbehelligt ziehen zu lassen. Spätestens, nachdem es bei der Auftaktkundgebung zu Volksverhetzung und Gewalt gekommen war, stand klar im Raum, dass eine anschließende Demonstration dazu genutzt werden wird, Menschen gewalttätig anzugreifen. Die Innenminister müssen die Ausschreitungen jetzt schnell gemeinsam reflektieren, denn in den sozialen Medien werden bereits neue Termine für Aufmärsche dieser Art gehandelt. In diesem Zusammenhang interessiert uns auch die offensichtlich tragende Rolle von Bremer Nazis innerhalb des ‚HoGeSa‘-Netzwerkes.“ 

Die Bremer Rechtsrock-Band ‚Kategorie C‘ (der Bandname bezieht sich auf die polizeitaktische Einstufung von gewaltsuchenden Hooligans) war in Köln als ‚Special Guest‘ der Auftaktkundgebung aufgetreten und hatte für die ‚HoGeSa‘-Versammlung eigens einen gleichnamigen Song geschrieben. Nach Angaben antifaschistischer Initiativen gelten Personen von ‚Kategorie C‘ sogar als Mitgründer des ‚HoGeSa‘-Netzwerkes. 

Rolf Gössner, parteiloser Innendeputierter der Linksfraktion, erwartet von Senator Ulrich Mäurer bis zur nächsten Deputationssitzung am 13. November Aufklärung und hat deshalb eine Berichtsbitte eingereicht: „Nachdem Aufmärsche von NPD und Kameradschaften in den vergangenen Jahren tendenziell eher kleiner wurden, könnte der ‚HoGeSa‘-Mobilisierungserfolg in Köln der Neonazi-Szene bundesweit, aber auch in Bremen Auftrieb verschafft haben. Es ist zu klären, ob von Bremen aus ein bundesweites Neonazi-Netzwerk mitorganisiert und betrieben wird.“