29. Oktober 2018

Linksfraktion zum Wissenschaftsplan 2025: Ein halber Schritt nach vorne

Am Freitag hat der Senat den Wissenschaftsplan 2025 vorgelegt, der Eckdaten zur Entwicklung des Hochschulsystems für die kommenden Jahre enthält. Im Entwurf sind einige Verbesserungen vorgesehen, die die Linksfraktion in den vergangenen Jahren teilweise mehrfach beantragt hatte, wie der Bau eines neuen Lehrgebäudes mit Hörsälen und Seminarräumen an der Universität, ein erheblicher Mittelaufwuchs für die Hochschule Bremerhaven, zusätzliche Plätze für studentisches Wohnen, die Wiedereinführung des Studiengangs Sportpädagogik und eine verbesserte Stellenausstattung insbesondere im Bereich wissenschaftlicher Mittelbau und der Dienstleister*innen. Allerdings übt die Linksfraktion auch Kritik an einigen wichtigen Stellen.

Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Tatsächlich erhalten Universität und Hochschulen deutlich mehr Geld – das begrüßen wir ausdrücklich. Allerdings werden damit beispielsweise an der Uni aber nur die Kürzungen seit 2005 kompensiert und die Personalausstattung von damals wiederhergestellt. Im bundesweiten Vergleich hat sich Bremen in den letzten Jahren bei den Ausgaben für Forschung und Lehre negativ abgekoppelt und so die Wissenschaftseinrichtungen gefährdet: Bei den Ausgaben je Professur liegt Bremen auf dem letzten Platz. Dass hier nun schrittweise Korrekturen vorgenommen werden sollen, war überfällig und dringend notwendig. Ob damit die tatsächlichen Bedarfe an der Uni gedeckt werden können – Stichwort Lehrerausbildung, Inklusion, Wiedereinführung Sport, wegfallende Exzellenzmittel – bleibt abzuwarten. Auch in den anderen Bundesländern werden die Ausgaben die Forschung und Lehre erhöht, ob Bremen diese Schlusslichtposition abgeben kann, ist also noch lange nicht gesagt.“

Unterfinanziert ist in Bremen auch der wichtige Bereich der studentischen Infrastruktur. Strunge: „Das Studierendenwerk hat einerseits einen hohen Sanierungsstau im Bereich der Wohnheime und der Mensen. Andererseits müssen bei steigenden Studierendenzahlen auch Cafeten und Mensen ausgebaut werden. Für all das muss die Bauabteilung des Studierendenwerks deutlich gestärkt werden. Auch zusätzliche Bibliotheks-, Computerarbeitsplätze und Lernräume für Kleingruppen müssen neu geschaffen werden.“

Keine Aussagen enthält der Entwurf des Wissenschaftsplanes zu den Beschäftigungsbedingungen von studentischen Hilfskräften, die aktuell nach Mindestlohn bezahlt werden und keinen Tarifvertrag haben. Die prekäre Lage von Lehrbeauftragten wird nur für den Fachbereich Musik der Hochschule für Künste thematisiert. Die vielen Befristungen im Hochschulbereich werden ignoriert. Strunge: „An dieser Stellt fällt der Wissenschaftsplan 2025 sogar hinter den aktuellen Plan zurück, was überhaupt nicht geht. Zusammengefasst ist dieser Entwurf ein halber Schritt nach vorne, aber auch nicht mehr.“