14. Februar 2018

Kita-Ausbau bleibt weiterhin Mammutaufgabe

Heute hat die Senatorin für Kinder Claudia Bogedan angekündigt, dass 'allen jetzt angemeldeten Kindern stadtweit ein Kita-Platz zur Verfügung stehen' wird. Nur um anschließend zu relativieren, dass es je nach Stadtteil sehr unterschiedlich aussieht und in Osterholz und der Vahr weiterhin Versorgungslücken bestehen.

„Wenn man die Botschaft mal übersetzt, dann heißt das wohl, dass Bremen auch im nächsten Kita-Jahr nicht alle Rechtsansprüche erfüllen kann. Sprich: Die Stadt bricht weiter Gesetze", bilanziert Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.

„Doch damit nicht genug: Auch die eigene Ausbauplanung des Senats wird nicht eingehalten. Im laufenden Kita-Jahr gibt es einen Ausbau-Rückstand von 17,5 Gruppen, der zum Teil noch aus dem Jahr 2016/2017 resultiert. Nun hat das Statistische Landesamt eine neue Bevölkerungsprognose erstellt, die ergibt, dass bis zum Kita-Jahr 2019/2020 zusätzliche 111 Gruppen eingerichtet werden müssen, die in eineinhalb Jahren fertiggestellt sein sollten. Hinzu kommt das geplante Betriebsende der Mobilbauten und die damit einhergehende notwendige Überführung von 900 Plätzen in Festbauten."

„Insgesamt müssen somit Einrichtungen für über 2500 Kinder bis August 2019 geschaffen werden, zusätzlich zur bereits bestehenden Ausbauplanung. Das sind Mammutaufgaben, und die Stadt muss sich stärker auch selbst an der Bewältigung beteiligen. Die Träger tun ihr Mögliches, aber auch der Senat ist hier in der Pflicht, zum Erreichen seiner eigenen Ziele beizutragen. Er muss dafür sorgen, dass unter städtischer Regie mehr gebaut wird, naheliegenderweise auf öffentlichen Flächen. Vor diesem Hintergrund muten die derzeitigen koalitionären Verkaufsabsichten von zwei städtischen Kita-Flächen nahezu schizophren an", so Leonidakis abschließend.