29. November 2018

Gescheiterte JUB-Akkreditierung – Senatsbericht klärt Fragen nicht

Mitte Oktober scheiterte die Systemakkreditierung der privaten Jacobs University Bremen (JUB), die vom Land Bremen bislang mit über 200 Millionen Euro subventioniert wurde und die aktuell einen staatlich finanzierten Medizinstudiengang plant. Eine Systemakkreditierung prüft die Qualitätssicherung der Studiengänge. Der Senat hat dazu nun eine Berichtsbitte der Linksfraktion beantwortet. Demnach wirkt sich die beschriebene Problematik auch auf die staatliche Anerkennung gemäß Hochschulgesetz aus, ohne die die JUB keine akademischen Abschlüsse vergeben darf. Die aktuell auf 10 Jahre befristete Anerkennung läuft zum Jahresende aus, deshalb wollte die JUB eine unbefristete staatliche Anerkennung durch die senatorische Behörde erreichen. Diese Anerkennung wird vor dem Hintergrund der gescheiterten Akkreditierung jetzt nur unter Bedingungen und nur befristet erteilt. Eine unbefristete Anerkennung wird vom Senat als „nicht sachgerecht“ bezeichnet.

Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, kommentiert: „Die Jacobs University ging davon aus, dass die gescheiterte Akkreditierung keine Auswirkungen auf ihre staatliche Anerkennung haben würde, das war offensichtlich eine Fehleinschätzung. Wir finden es überfällig, dass die Wissenschaftsbehörde vor diesem Hintergrund endlich Bedingungen an die Privatuni vorschreibt und nur eine befristete Anerkennung in Aussicht stellt. Unklar ist weiterhin welche Gründe es für die Mängel im Qualitätssicherungssystem gibt und wie diese in kurzer Zeit abgestellt werden sollen. Die JUB muss Transparenz herstellen, damit auch die Studierenden Klarheit über ihre Perspektiven erhalten. Auffällig ist auch, dass der Senat über diese krisenhafte Entwicklung nicht unverzüglich informiert wurde: Am 12. und 16. Oktober wurden die Mitglieder der Hochschule per Email informiert. Aber erst am 26. Oktober informierte die Geschäftsführung – mündlich – die Behörde. Völlig abwegig ist die Idee mit dieser Privatuniversität einen staatlich finanzierten Medizinstudiengang einzurichten.“<xml></xml>