15. Juli 2017

Auszubildende gleichstellen – auch in der öffentlichen Mobilität!

Ausbildung und Studium sollen gleichwertige Bildungsalternativen sein. Dies ist sowohl eine Frage der sichtbaren Anerkennung und Aufwertung der beruflichen Ausbildung, als auch eine soziale Frage. Denn Auszubildende unterscheiden sich von Studierenden nicht in ihren Bedürfnissen nach Wohnen, Freizeit, guten Ausbildungsbedingungen, Mobilität. In diesem Sinne hat die Bremische Bürgerschaft im April 2017 beschlossen, das Begrüßungsgeld für Studierende zukünftig auch an Auszubildende auszuzahlen.

Im öffentlichen Nahverkehr kann bislang jedoch von der gewünschten Gleichstellung nicht die Rede sein. Alle Studierenden im Land Bremen erwerben mit dem Semesterbeitrag das Semesterticket. Für 27,82 Euro im Monat sind Studierende damit im gesamten VBN, VBJ und VGC-Gebiet mobil – von Rotenburg bis zur niederländischen Grenze, von Diepholz bis nach Cuxhaven. Und der Nachtzuschlag ist auch schon drin. Auszubildende dagegen bezahlen 46,50 Euro für das Schüler- und Azubi-Ticket der BSAG (Zone 1). Und wenn Auszubildende und Studierende nach der Kneipe, dem Kino oder der Disko zusammen mit der BSAG heimfahren, dann zahlen die Auszubildenden den Nachtzuschlag, die Studierenden nicht.

Es liegt daher im bildungspolitischen Interesse, Bremen auch dadurch für Auszubildende attraktiv zu machen, dass sie zu vergleichbaren Bedingungen wie Studierende Bus und Straßenbahn fahren.

DIE LINKE hat einen Antrag eingereicht, mit dem der Senat unter anderem aufgefordert werden soll, Verhandlungen mit BSAG und BremerhavenBus mit dem Ziel aufzunehmen, den Preis des Azubi-Tickets auf einen mit dem Semesterticket vergleichbaren Preis zu senken, und dabei auch die Option eines öffentlichen und/oder betrieblichen Zuschusses einzubeziehen.

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