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30. August 2010 Erlanson

Aktuelle Armutsberichterstattung bleibt hinter den Realitäten: Jeder Dritte oder Vierte in Bremen ist armutsgefährdet

„Die Feststellung, dass in Bremen jeder Fünfte armutsgefährdet ist, klingt alarmierend. Tatsächlich ist die Armutsentwicklung im Land Bremen aber schon viel weiter fortgeschritten“, kommentiert Peter Erlanson, Fraktionsvorsitzender der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft, die aktuellen Veröffentlichungen der Statistischen Landesbehörden zum Mikrozensus 2009. „Im Land Bremen sind allein 17 Prozent aller EinwohnerInnen auf Sozialleistungen angewiesen, das heißt, sie müssen von Hartz IV oder Grundsicherung im Alter leben. Nach den Erfahrungen der Armutsberichte müssen zusätzlich noch die Personen berücksichtigt werden, die keine Sozialleistungen beziehen, aber mit ihren Lohn- oder Renteneinkommen ebenfalls an der Armutsschwelle leben. Realistisch ist daher, dass jeder Vierte oder sogar jeder Dritte in Bremen von Armut bedroht ist.“

DIE LINKE fordert vom Bremer Senat seit langem und immer wieder ein Handlungskonzept zur Armutsbekämpfung. Peter Erlanson: „Der Senatsbericht vom 1. Juni 2010 ist in dieser Hinsicht erschütternd. Er enthält praktisch keine realen Maßnahmen – weder zur Verbesserung der Einkommenslage von Erwerbslosen noch zur Bekämpfung von Niedriglöhnen.“ Angesichts der aktuellen Armutsberichte fordert Erlanson erneut einen ‚Masterplan Armutsbekämpfung‘, der konkrete Ziele, Maßnahmen und Indikatoren enthält. „Die Politik darf sich an Armut nicht gewöhnen. Eine umfassende strukturelle Armutsbekämpfung muss endlich oberste Priorität bekommen“, so Erlanson.