Vor einigen Tagen hat der Senat die
Eckwerte für den Haushaltsentwurf
2012 und seine aktualisierte Finanz-
planung bis 2015 vorgestellt.
Tatsächlich plant er sogar bis 2016:
Der Finanzplan ist darauf angelegt,
durch gleichmäßigen Abbau von
Personal, Investitionen und konsum-
tiven Mitteln die Spar-Vorgaben des
„Sanierungspfades“ gerade so eben
bis 2016 einhalten zu können.
Dazu trifft der Senat die folgenden Festlegungen:
Sonderregelungen Personal:
Schwerpunktmittel:
Schließlich ist bemerkenswert: die im Stabilisierungspfad eingeräumten Kredit-Obergrenzen sollen 2012 ff deutlich unterschritten werden. Der Finanzplan bis 2015 sieht vor, in den nächsten Jahren erneut deutlich weniger Mittel aufzunehmen als bei Befolgung der Neuverschuldungsobergrenzen des „Sanierungspfads“ möglich wäre. (In 2011 könnten noch Mittel von mindestens 130 Mio. € zusätzlich ausgegeben werden). Für die kommenden Jahre plant der Senat die folgende Unterschreitung der erlaubten Obergrenzen:
2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 |
-134,1 € | -118,1 € | -105,1 € | -48,7 € | -0,4 € |
Sollten sich die Einnahmen und Ausgaben wie geplant entwickeln, könnten die genannten Beträge pro Jahr zusätzlich ausgegeben werden, ohne die Zahlung der 300 Mio. € Zinsbeihilfe zu gefährden. Selbst wenn man der Logik von Frau Linnert folgt (und das tut DIE LINKE nicht!) und für den Moment akzeptiert, dass z.B. kein zusätzliches Personal eingestellt werden könne, weil dieses Kosten für die nächsten 40 Jahre verursacht, könnten diese Mittel, solange sie da sind, trotzdem z.B. für Arbeitsförderung, für Investitionen, zum Abbau des Sanierungsstaus oder ähnliches eingesetzt werden. Dies spricht der Senat offen an:
„U. U. möglich wäre eine teilweise Nutzung der ausgewiesenen Differenzwerte für einmalige Investitionsausgaben mit dauerhaft günstiger fiskalischer Nutzen- Kosten-Relation sowie für strukturell sinnvolle und rentable Vorziehmaßnahmen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese Inanspruchnahme nur in sehr begrenztem Maße erfolgen kann. Zu berücksichtigen ist vor allem die bereits erwähnte Berichtspflicht gegenüber dem Stabilitätsrat, in deren Rahmen die Freie Hansestadt Bremen nachzuweisen hat, dass die Eigenanstrengungen des Landes zur Sanierung der Haushalte - ablesbar insbesondere an der Ausgabengestaltung – deutlich über die Durchschnittswerte aller Länder hinausgehen.“(Finanzrahmen 2011-15, S. 17)
Es ist ausgesprochen fraglich, warum ein Bundesland, welches seit 15 Jahren kontinuierliche Sparprogramme fährt und in vieler Hinsicht, z.B. bei Bildungsausgaben, deutlich unter dem Durchschnitt der Vergleichsländer liegt, nun auch noch überdurchschnittliche Eigenanstrengungen zu erbringen hat. Aber der Senat ist offensichtlich gewillt, sie zu leisten.
Eckwerte für Bildung
Zur Zeit besonders in der Diskussion sind die unzureichende finanzielle Ausstattung der Schulen. Diese sollen laut den Eckwerten des Senats weiter gekürzt werden. Für den Bereich Bildung trifft der Senat die folgenden Festlegungen für die Ausgaben in 2012 und die geplanten Ausgaben 2013-15:
| 2011- Ist | 2012 - festgelegt | 2013 - geplant | 2014 - geplant | 2015 - geplant |
Personal-ausgaben | 297,006 | 291,271 | 287,611 | 281,579 | 277,861 |
Konsumtive Ausgaben | 255,718 | 253,208 | 253,350 | 253,133 | 253,483 |
Investive Ausgaben | 21,118 | 15,304 | 15,537 | 15,874 | 15,220 |
Ausgaben gesamt | 573,842 | 559,783 | 556,498 | 550,586 | 546,564 |
Kürzung zum Vorjahr |
| -14,059 | -3,285 | -5,912 | -4,022 |
Das heißt, im nächsten Jahr muss das Bildungsressort seine gesamten Ausgaben um 14,06 Mio. € kürzen. Um dies wirklich richtig zu bewerten, muss noch die Inflation von z. Zt. 2,9 % berücksichtigt werden. Selbst wenn die Mittel für Bildung 2012 auf genau dem gleichen Stand blieben wie 2011, könnte sich das Bildungsressort 2,9 % weniger Leistungen dafür kaufen, weil alles (Tarife, Mieten, Renovierungen) um 2,9% teurer geworden ist. Bei 573,842 Mio. € machen 2,9 % bereits einen Kaufkraftverlust von 16,6 Mio. € aus. Zusammen mit den 14 Mio. €, die das Ressort noch dazu kürzen muss, hat es im kommenden Jahr real ca. 30 Mio. € Mittel weniger zur Verfügung als 2011.
Nun wird von der Senatorin für Bildung angeführt, dass ihr ja Mittel aus dem Schwerpunktprogramm zufließen werden. Klar ist jedoch, dass von diesen Schwerpunktmitteln sicher nicht alles an Bildung gehen wird, davon soll ja auch der lahmende U3 (Unter-Dreijährigen-Betreuung)- Ausbau mit finanziert werden. Außerdem geht ein Teil an Bremerhaven. Zu erwarten ist daher für das Bildungsressort irgendwas zwischen 4 und 8 Mio. €. Bei den gegebenen Kürzungen von 14 Mio. € ist die Behauptung von Frau Jürgens-Piepers, durch die Verstärkungsmittel hinterher ja mehr Geld in der Kasse zu haben als vorher, sicher nicht zutreffend. Tatsächlich ist es reine Augenwischerei, einem Ressort 14 Mio. € wegzustreichen, um ihm dann unter großem Brimborium einige Millionen davon wiederzugeben. Dr. Jan Restat