Die Jacobs University Bremen wurde 1999 von der Rice University (Texas) sowie der Universität Bremen und der Freien Hansestadt Bremen als International University Bremen (IUB) gegründet.
Nachdem die private Hochschule in 2005 erhebliche Verluste gemacht hatte und das geplante Stiftungsvermögen nicht erreicht wurde, übernahm die Jacobs Foundation eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Gesellschafter-Anteile und versprach die Unterstützung der Hochschule mit insgesamt 200 Mio. Euro. Dafür wurde die Hochschule auch von „International University Bremen“ in „Jacobs University Bremen“ (JUB) umbenannt.
Von 2006 bis 2011 wurden aus einer ersten Tranche jährliche Raten von 15 Mio. Euro zur Unterstützung von Forschung und Lehre ausgezahlt, insgesamt 75 Mio. Euro. Vereinbart wurde 2009 zwischen der JUB und der Foundation, dass die 125 Mio. Euro der zweiten Tranche zeitlich gestreckt bis 2017 ausgezahlt werden. Diese Auszahlung wurde mit dem Erreichen von „Meilensteinen“ verbunden. 2009 und 2010 wurden der JUB aus dieser zweiten Tranche zusätzliche 15 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro überwiesen.
Presseberichten zufolge hat die Jacobs Foundation die weitere Auszahlung der zweiten Tranche jedoch vorerst verweigert, da es der Universität bislang nicht gelungen sei, genügend komplementäre Mittel für den Kapitalstock der Stiftung einzuwerben. Voraussetzung für eine weitere Zahlung soll angeblich sein, dass die Universität ab 2011 jährlich 40 Mio. Euro ansparen kann.
Von 1999 bis 2009 hat die Jacobs University jedoch – insgesamt - nur 38 Mio. Euro angespart. Diesen Mitteln stehen zudem über 85 Mio. Euro Schulden gegenüber. Für 50 Mio. Euro soll es eine Landesbürgschaft geben.
1999 hatte Bremen die International University Bremen mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 109 Mio. Euro ausgestattet, die die IUB in die Lage versetzte, über einen Zeitraum von fünf Jahren ihre Ziele zu verfolgen. Seit 2006 hat Bremen die Jacobs University mit weiteren 25 Mio. Euro unterstützt. Dies war eine der Vorbedingungen der Jacobs Foundation, selbst 200 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen.
Aktuell wird berichtet, dass sich das Land Bremen mit Mitteln der Wirtschaftsförderung in Höhe von 3 Mio. Euro p.a. am Betrieb der JUB beteiligen wird.
Vor diesem Hintergrund hat DIE LINKE eine Kleine Anfrage eingereicht und erwartet vom Senat unter anderem Auskunft darüber, ob der Senat plant, auch 2012 Mittel zur Unterstützung der JUB in den Haushalt einzustellen, ob Bremen in 2003 für die JUB eine Bürgschaft für einen Kredit über 50 Mio. Euro bei der Aufbaubank übernommen hat und ob die Landesregierung die ordnungsgemäße Rückzahlung der Kredite als gefährdet an sieht.
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