Aufgrund der kürzlich bekannt gewordenen Senatspläne, nächstes Jahr 17 Horte zu schließen (und nochmal vier in 2013), fand heute eine Personalversammlung der Hort-MitarbeiterInnen statt. Betroffen von der geplanten Schließung sind nach Angaben des Personalrats 667 Kinder, die an der offenen Ganztagsschule, wie sie derzeit geplant ist, nicht wie gewohnt betreut werden können. Die tägliche Betreuungszeit wird kürzer und es gibt nicht jeden Tag, sondern nur dreimal pro Woche eine ‚Öffnung‘ nach Schulschluss. „Das bringt eine klare Verschlechterung des Angebots bei der Schulkinderbetreuung und damit auch der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit sich“, so Cindi Tuncel, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.
Das Schließen von Hortgruppen sei in einer Situation, wo jährlich zwischen 400 und 600 Hortanmeldungen aufgrund von Platzmangel abgelehnt werden, völlig unverantwortlich. 64 Beschäftigte sind betroffen. Tuncel: „Die Zurückhaltung des Bildungsressorts bezüglich der Übernahme von Fachkräften geht auch wieder auf die Kappe der Kinder. Alle HortnerInnen müssen zu den gleichen Bedingungen weiterbeschäftigt werden, angestellt bei KiTa Bremen“, unterstützt Tuncel die Forderung der Personalratsvorsitzenden. „Wenn die Horte von KiTa Bremen sozusagen ‚unter Bestandswahrung‘ an die Schulen verlagert werden, bleiben qualifizierte Fachkräfte und Arbeitsplätze erhalten und es besteht zumindest die Möglichkeit einer Ferienbetreuung und Qualitätssicherung.“
Nach Auskunft von Sozialsenatorin Anja Stahmann soll es bei KiTa Bremen keine betriebs-bedingten Kündigungen geben, damit tappen die befristet Beschäftigten allerdings weiter im Dunkeln. „Die Sorge und Wut bei Eltern und Beschäftigten ist berechtigt“, so Tuncel. „Das Verfahren war nicht nur schlecht koordiniert, sondern eine einzige Kommunikations-Panne. Offenbar sollten ohne Umschweife Fakten geschaffen werden.“ Erst vor kurzer Zeit hatte das Sozialressort die Geschäftsführung von KiTa Bremen überraschenderweise angewiesen, die Schließung der 17 Horte nächstes Jahr in ihrem Wirtschaftsplan zu berücksichtigen.
DIE LINKE stellt sich dagegen, dass die notwendigen Ressourcen für den U-3-Ausbau auf Kosten der älteren Kinder ‚erwirtschaftet‘ werden. Cindi Tuncel abschließend: „Es geht nicht, dass jüngere gegen ältere Kinder ausgespielt werden und zwischen dem Bildungs- und Sozialressort ein destruktiver Kampf um viel zu kleine Töpfe entsteht. Der Senat braucht zum Kita-Ausbau eine neue Kursbestimmung – und er ist gut beraten, diese Arbeit zusammen mit Eltern und Beschäftigten anzugehen.“