„Die Deputationsvorlage zum ‚Cityresort‘ soll zwar so nicht beschlossen werden, nichtsdestrotrotz weist sie in eine Richtung, die wir als LINKE mit Kritik und Sorge sehen. Eine dicht gepackte Bebauung des beliebten Naherholungsgebiets am Unisee muss wirklich vermieden werden“, so Gerd Arndt, Baudeputierter der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, zu den ersten Planskizzen des Senats für das sogenannte ‚Cityresort‘ beim Unisee. Arndt weiter: „Es wäre eine traurige Entwicklung, wenn die Dauercamper und Badenden hier kein Existenzrecht mehr haben und Ausflugsgäste nur noch gegen Gebühren parken können. Eine zentrale Naturschutz- und Naherholungsressource Bremens darf nicht dem finanziellen Verwertungsdruck geopfert werden.“
Die ausführliche Senatsvorlage zeigt Skizzen und ‚Visualisierungen‘, aber keine maßstabsgerechte Geländeskizze – aus gutem Grund, wie Christoph Spehr, Beiratsmitglied für DIE LINKE in Horn-Lehe ergänzt. „Wir reden hier von einem Gebiet über 50.000 qm, das nach den bisherigen Ideen des Investors mindestens zur Hälfte bebaut werden soll. Eine eingeschossig gezeichnete Zentraleinheit mit 11.500 qm Nutzfläche, ein mehrgeschossiges Hotel mit ca. 1.600 qm Grundfläche sowie 150 Ferienhäuser für je vier Personen sollen auf dieser Fläche Platz finden, dazu kommen noch Zufahrtswege. Von integrierter Landschaftsplanung bislang kein Spur.“ Die Planung beruhe auf überzogenen Erwartungen. „Gerechnet wird mit einer ganzjährigen Auslastung von 50 Prozent. Das ist deutlich mehr als die durchschnittliche Hotel-Auslastung in Bremen, und für eine Ferienhausanlage erst recht unrealistisch.“
Unter den angeblich 100 Arbeitsplätzen sollen laut Planung 17 Minijobs, zwölf Ausbildungs- und 29 Teilzeitstellen sein. Von den ‚jährlichen positiven Fiskaleffekten von nominal über einer Million Euro p.a.‘ (so die Vorlage) bleiben nach Länderfinanzausgleich etwa 50.000 Euro im Landeshaushalt hängen. Gerd Arndt: „Die Verantwortlichen sollten sich hier keine Idee schönreden, die vermutlich scheitern und die Uniwildnis unwiederbringlich zerstören wird. Zu so einem Vorhaben muss Bremen nein sagen.“