7. Dezember 2018

LINKE: Alleinerziehende nicht allein lassen, sondern stärker unterstützen!

„Mehr als jede vierte Familie im Land Bremen mit Kindern unter 18 Jahren ist eine Ein-Eltern-Familie. Über die Hälfte dieser 17.000 Alleinerziehenden ist vollständig oder aufstockend auf Sozialleistungen angewiesen. Damit sind Alleinerziehende und ihre Kinder die am meisten armutsgefährdete Gruppe überhaupt. Alleinerziehende, von denen die überwiegende Mehrheit Frauen sind, sind mit multiplen Herausforderungen konfrontiert: Sie müssen ihre Kinder ohne Hilfe einer zweiten Person erziehen, verfügen häufig nicht über weiteres Einkommen wie Unterhaltsleistungen und müssen Haushalt, Behördengänge etc. ohne Unterstützung bewältigen. Diese Mehrfachbelastung wird derzeit vom Staat nicht ausreichend aufgefangen, das wollen wir ändern“, so Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

„Wir haben deshalb zwei Anträge in die Bürgerschaft eingereicht, die darauf abzielen, dass Bremen die prekäre Situation von Alleinerziehenden besser abfedert. Zum Einen soll bei der Vergabe der Kita-Plätze 'alleinerziehend' als Kriterium aufgenommen werden, damit die eingeschränkte Möglichkeit der Aufteilung von Betreuung innerhalb der Familie stärker berücksichtig wird. Berlin oder Frankfurt machen das bereits, auch Bremen kann das ganz unkompliziert umsetzen“, so Leonidakis. „Zum Anderen sollen die Kinderbetreuungsangebote stärker auf die Bedarfe von Alleinerziehenden ausgerichtet werden: In jedem Stadtteil soll es eine Kita mit erweiterten Öffnungszeiten geben, um Alleinerziehenden, die zum Beispiel im Einzelhandel tätig sind, weiterhin die Berufstätigkeit zu ermöglichen. Zudem sollen ergänzende Modelle entwickelt und ausgebaut werden, die auf die Bedarfe von Eltern mit Schichtarbeitszeiten zugeschnitten sind. Auch hier muss das Rad nicht neu erfunden werden. Aber es braucht den politischen Willen, die Lage der 17.000 Alleinerziehenden zu verbessern. Den haben wir bisher an vielen Stellen vermisst“, so Leonidakis abschließend.