16. November 2018

LINKE: CDU macht Wahlkampf auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler

Nachdem sich SPD, Grüne, CDU und DIE LINKE auf zehn Jahre Verlässlichkeit für Bremens Schulen und eine Stärkung der Oberschulen geeinigt hatten, erteilt jetzt der christdemokratische Bürgerschaftsfraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp dem Schulkonsens eine Abfuhr und eröffnet den Wahlkampf.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.hält dies für eine undurchdachte Forderung: „Es ist schon irritierend, dass ausgerechnet die CDU, unter deren Regierungsverantwortung G8 überhastet und konzeptlos eingeführt wurde, nun bar jeglicher Kenntnis der Realität der Bremer Bildungslandschaft eine derzeit nicht umsetzbare Forderung zum geklauten Wahlkampfschlager machen will. Bremen ist nicht Schleswig-Holstein, wo G8 Standard war. In Bremen haben Schülerinnen und Schüler ja die Möglichkeit in 9 Jahren das Abitur zu machen. Dies wird auch breit angenommen, sonst hätten die Oberschulen nicht diesen Zulauf. Wenn jetzt per Dekret G9 eingeführt werden würde, hätten wir dafür weder die Klassenräume noch das Personal. Die CDU führt also Wahlkampf auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler. Sie müsste dann aber auch so ehrlich sein und den Menschen sagen, dass G9 dann bis Mitte der Zwanziger Jahre ein Jahr „Selbstlernzeit“ für die Oberstufenschüler*innen bedeuten würde.“

Verärgert zeigt sich Vogt auch über den Umgang der CDU mit dem gemeinsam ausgehandelten Schulkonsens: „Da sitzt die CDU in den Sommerferien mit uns an einem Tisch und verabredet mit allen gemeinsam, dass die Oberschulen gestärkt werden müssen und schon fünf Minuten danach geht sie vor das Mikro und sagt, wir brechen den Konsens im Wahlkampf wieder auf. Denn nichts anderes bedeutet diese Ansage: will man G9 sofort umsetzen, würde man den Oberschulen die Lehrkräfte wegnehmen müssen. Dies ist schon eine Kampfansage, insbesondere an die Stadtteile, die keine Gymnasien haben. Die Unterteilung in berufliche Orientierung für die Oberschulen und akademische Orientierung für die Gymnasien zementiert überdies ein überholtes Standesdenken: für immer mehr Ausbildungsberufe braucht man Abitur, daher brauchen beide Schulformen sowohl das eine wie das andere. Es wäre schön, wenn die CDU bildungspolitisch mal im 21. Jahrhundert ankommen würde, statt populistische Sprechblasen heraus zu hauen. Das ist doch komplett unseriös.“