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26. Juli 2010 Fraktion, Arbeit, Gesundheit

Dramatische Situation der Hebammen und Entbindungspfleger

In Deutschland haben alle Frauen laut Mutterschutzgesetz ein Recht auf Hebammenhilfe: von der Feststellung der Schwangerschaft, der Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen, der Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden und bei Wehen, während der Geburt – hier gilt die Hinzuziehungspflicht – und der Betreuung im Wochenbett und darüber hinaus bis zum Ende der Stillzeit. Eine flächendeckende Versorgung mit Geburtshilfe und Hebammenhilfe ist nach Einschätzung des Deutschen Hebammenverbandes nicht mehr gegeben. Der Hebammenverband befürchtet, dass sich diese ohnehin schon unbefriedigende Situation im Verlaufe dieses Jahres weiter dramatisch verschlechtern wird, weil viele Hebammen wegen erheblich gestiegener Haftpflichtprämien bei ohnehin geringen Einkünften die unabhängige Geburtshilfe oder ihre berufliche Selbständigkeit oder den Beruf ganz aufgeben werden.

Bundesgesundheitsminister Rösler hat inzwischen dieses Problem erkannt und dem Hebammenverband zugesichert, sich für ein Treffen von Vertretern der Krankenkassen, der Hebammen und des Bundesgesundheitsministeriums einzusetzen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1. Wie viele freiberufliche Hebammen und freiberufliche Entbindungspfleger zur Versorgung von Frauen während und nach der Schwangerschaft gibt es im Land Bremen (aufgeschlüsselt für Bremen und Bremerhaven)?

2. Hält der Senat die Versorgung durch freiberufliche Hebammen und Entbindungspfleger im Land Bremen für ausreichend?

3. Wie viele Geburten finden jährlich im Land Bremen statt, wie haben sich diese Zahlen während der letzten zehn Jahre entwickelt?

4. Wie hoch ist der jährliche Durchschnittsverdienst dieser Berufsgruppe im Land Bremen?

5. Hält der Senat die Vergütung dieser Berufsgruppe für ausreichend?

6. Gibt es Unterschiede in der Inanspruchnahme von Hebammenhilfe im Hinblick auf verschiedene Bevölkerungsgruppen (z. B. bei Migrantinnen) oder auf soziale Brennpunkte?

Sirvan Cakici, Monique Troedel, Peter Erlanson, und Fraktion DIE LINKE