Nach dem Streit in der rot-grünen Koalition um die Einführung der offenen Ganztagsschule und die damit verbundene Schließung der Horte fordert die CDU, die Umsetzung der Pläne der Bildungsbehörde um ein Jahr zu verschieben. Zunächst solle der Bedarf an Ganztagsschulen und Horten ermittelt werden.
„Der Bedarf an Ganztagsschulen und Horten ist gegeben. Allein im letzten Schuljahr fehlten 600 Hortplätze; im nächsten Schuljahr könnte es noch schlimmer kommen. Für das kommende Schuljahr rechnet die Bildungsbehörde mit der vermehrten Einschulung von Karenzkindern. Die Rede ist von 200 Unter-Sechsjährigen, die vermutlich zusätzlich in die Grundschulen kommen. Und die deutlich schlechteren Bildungsabschlüsse gerade in ärmeren Stadtteilen lassen nur einen Schluss zu: Bremen braucht dringend mehr Ganztagsschulen, und zwar richtige!", kommentiert Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.
Die Kritik der CDU, es sei völlig unklar, wie die personellen und räumlichen Voraussetzungen für den Ganztagsschulausbau sicher gestellt werden können, teilt Vogt: „Das Konzept der offenen Ganztagsschule ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Weder ist eine verlässliche Betreuung gewährleistet noch steht ein tatsächliches Ganztagsschulkonzept dahinter. An diesem Konflikt wird eines mehr als deutlich: Bildung und Soziales fehlt einfach das nötige Geld, um alle Aufgaben bewältigen zu können. Es ist völlig absurd, dass sich diese beiden Ressorts um die Schwerpunktmittel streiten müssen. Bremen braucht sowohl gebundene Ganztagsschulen als auch den Ausbau der Betreuung der Unter-Dreijährigen. Wenn hier im Haushalt nicht gegengesteuert wird, bleibt vieles Wichtige auf der Strecke."