22. November 2018

Bremen muss für junge Menschen wieder Sehnsuchtsort werden!

Gestern veröffentlichte das Empirica-Institut eine im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Wohnungswirtschaft Bremen-Bremerhaven erstellte Studie unter dem Titel ‚Schwarmstadt Bremen?‘. Das Institut stellt fest, dass Bremen für junge Menschen unter 30 Jahren keine Strahlkraft mehr besitzt und diese sich oft lieber andere Wohnorte wie Hamburg, Leipzig oder aber auch Münster und Osnabrück suchen.

Miriam Strunge, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert die Studie: „Die Ergebnisse sind erschreckend, und wir müssen es verdammt ernst nehmen, wenn junge Menschen lieber in Osnabrück oder Münster leben wollen und Bremen nach außen profillos ist. Die Studie zeigt, dass Bremen für junge Menschen nicht mehr so attraktiv ist wie früher. Es fehlt an urbaner Subkultur, die Stadt wird sogar als lethargisch wahrgenommen. Als wesentliches Problem benennt die Studie dabei das Verwaltungshandeln. Junge Kulturinitiativen werden nicht ausreichend unterstützt und laufen oft ins Leere.“

Strunge fordert daher ein konsequentes Umsteuern: „Die Studie ist eine Aufforderung an alle Bremer Behörden, ihr Handeln zu überprüfen. Genehmigungen für Kulturevents müssen schnell und unbürokratisch erhältlich sein. Es braucht dringend mehr Räume und Flächen für die Kultur- und Clubszene und gute Initiativen dürfen nicht durch ewig andauernde Verwaltungsprozesse zermürbt werden. Bestes Beispiel ist der Zuckerclub, der über Jahre nach einem neuen Zuhause gesucht hat. Bremen kann nur froh sein, dass die Kulturschaffenden rund ums Zuckernetzwerk einen so langen Atem hatten und trotz aller Widrigkeiten in der Stadt geblieben sind. Es muss wesentlich effizienter ressortübergreifend gedacht und gearbeitet werden, um der Kreativszene den Rücken zu stärken. Auch der Senator für Kultur ist gefordert, die junge Szene endlich angemessen zu fördern. Junge Kreative gehen mit ihren Projekten in der bisherigen Förderstruktur unter. Gut, dass von der Kulturbehörde nun ein eigener Fördertopf für sie in Aussicht gestellt wird, der aber schnell kommen muss. Wenn nun die anderen Behörden und auch die Beiräte begreifen, wie wichtig die Unterstützung der Kultur-, Kreativ- und Clubszene für die Zukunft der Stadt ist, dann kann sich Bremen wieder zu einer Stadt mit Ausstrahlungskraft für junge Leute entwickeln. Die Studie sendet ein klares Signal an die Behörden: Schafft die endlosen Bürokratieschleifen endlich ab!“