26. November 2018

LINKE: Jacobs University muss dringend Klarheit über gescheiterte Akkreditierung schaffen

Hochschulen müssen ihre Studiengänge und Qualitätssicherungsverfahren im Rahmen von Akkreditierungen durch externen Gutachter*innen prüfen lassen. Grundlage dafür ist der Akkreditierungsstaatsvertrag und die dazugehörige Bremer Verordnung. Für Privathochschulen wie die Jacobs University (JUB) hängt außerdem die staatliche Anerkennung – und damit das Recht, akademische Abschlüsse zu vergeben – an entsprechenden Qualitätssicherungsverfahren (§112 Abs. 1 Hochschulgesetz). An der Jacobs University gibt es nun offenbar erhebliche Mängel, die zu einem Abbruch des Akkreditierungsprozesses geführt haben. In einer Erklärung heißt es, dass „die Gegebenheiten nicht vorliegen, dass alle notwendigen Korrekturen und Anpassungen der Bachelor-Programme innerhalb von neun Monaten vorgenommen werden können. Diese Anpassungen sind jedoch Voraussetzung für eine Kultusministerkonferenz konforme Ausgestaltung der Bachelor-Programme“. Das Gutachtergremium sieht demnach den „Qualitätsregelkreis als nicht vollständig geschlossen an“. Die Linksfraktion hat bereits vor drei Wochen das Ressort gefragt, welche genauen Gründe und welche Auswirkungen dieses Scheitern hat. Antworten liegen bisher noch nicht vor.

Kristina Vogt, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, erklärt: „Anscheinend werden an der Jacobs University Mindeststandards nicht erfüllt, sodass nun unter Umständen sogar die Studierenden vor Problemen stehen: Im öffentlichen Dienst aber auch bei privaten Arbeitergeber*innen werden Studienabschlüsse teilweise nur in akkreditierten Fächern anerkannt. Wir teilen deshalb die Einschätzung der staatlichen Stiftung Akkreditierungsrat, die in Bezug auf die gescheiterte Qualitätsprüfung bei der JUB in der heutigen Ausgabe des Weser Kuriers von einer ‚Frage mit einer gewissen Brisanz‘ spricht. Wir wollen umgehend klären, welche Gründe und Auswirkungen das gescheiterte Akkreditierungsverfahren an der JUB hat: Gibt es Auswirkungen auf die staatliche Anerkennung, ohne die keine Studienabschlüsse vergeben werden dürfen? Was wäre dann mit den über 1.000 Studierenden? Seit wann wusste der Senat von diesem Problem, schließlich gab es diesbezüglich offenbar ‚Vorgaben der senatorischen Behörde‘ an die JUB. Waren diese Probleme schon bei der Übernahme des 50 Millionen-Kredites im Sommer bekannt? Und waren diese Probleme bei der Erstellung des unter Verschluss gehaltenen Konzeptes für einen Medizinstudiengang bereits bekannt? Warum hat der Senat den zuständigen Bürgerschaftsausschuss nicht zeitnah informiert?“


Die Berichtsbitte der zuständigen Abgeordneten Miriam Strunge für den Wissenschaftsausschuss vom 6. November 2018 findet Sie hier.

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