Zurück zur Startseite
14. Januar 2011 Fraktion, Bildung & Wissenschaft

Bedarf an zusätzlichen Oberschulen im Stadtgebiet

Beim Anwahlverfahren für den Übergang aus den vierten Klassen auf die fünften Klassen der weiterführenden Schulen haben sich bereits 2010 in mehreren Stadtteilen gravierende Kapazitätsprobleme gezeigt. Eine erhebliche Zahl von SchülerInnen konnte zunächst keinen Platz in einer weiterführenden Schule bekommen, die in einer vertretbaren Entfernung von ihrem Wohnort gelegen hätte. In bestimmten Schulregionen oder Zuweisungsgebieten ist eine Knappheit an Kapazitäten in weiterführenden Schulen seit längerem bekannt und wird auch von Seiten der Beiräte seit längerem thematisiert.

Die derzeitige Planung für den Übergang in die fünften Klassen zum Schuljahr 2011/12 sieht im Gegensatz zum letzten Jahr Kapazitäten in der fünften Klasse vor, die über der Zahl von erwarteten Abgängern aus den vierten Klassen liegen. Dies wird jedoch wiederum nur durch eine erhebliche Zahl von sogenannten „Übergangslösungen“ erreicht, namentlich von zusätzlichen Klassen an Schulen, die gar keinen Platz dafür haben, und von erhöhten Klassenstärken an Schulen, die eigentlich kleinere Klassen haben sollten. Hinzu kommt der erhöhte Kapazitätsbedarf durch den Übergang zur Inklusion: Kinder mit besonderem Förderbedarf besuchen nach der Grundschule nicht mehr ein Förderzentrum, sondern Oberschule und Gymnasium. Auch dieser Fortschritt erfordert selbstverständlich mehr Schulraum bei den regulären Schulen.

Daher stellt sich insgesamt und für einige Schulregionen besonders drängend die Frage,
welche Schulneugründungen notwendig sind und für wann diese geplant sind.

Wir fragen den Senat:

1. Wie hat sich im Stadtgebiet Bremen in den Jahren 1990-2010 das Verhältnis von
Gesamtzahl der SchülerInnen in den ersten Klassen und Gesamtkapazität in den
fünften Klassen entwickelt? Bitte eine Aufstellung der Zahlen nach Jahren.

2. Wie hat sich im Stadtgebiet Bremen in den Jahren 1990-2010 das Verhältnis von
Gesamtzahl der SchülerInnen in den vierten Klassen und Gesamtkapazität in den
fünften Klassen entwickelt? Bitte eine Aufstellung der Zahlen nach Jahren.

3. Wie hat sich in den einzelnen Schulregionen (West, Nord, Ost, Süd, Mitte) in diesem
Zeitraum jeweils die Zahl der SchülerInnen in den ersten Klassen, die Zahl der
SchülerInnen in den vierten Klassen und die Kapazität in den fünften Klassen
entwickelt? Bitte getrennt nach Schulregionen.

4. Welche Schulen sind in diesem Zeitraum geschlossen worden, welche Schulen neu
gegründet?

5. Welche Auswirkungen hat die Inklusion, d.h. die gemeinsame Beschulung von
Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf, auf den Kapazitätsbedarf an den
weiterführenden Schulen? Wie viele Schülerinnen und Schüler, die bislang in
getrennten Einrichtungen unterrichtet wurden, werden dadurch an den allgemeinen
weiterführenden Schulen aufgenommen? Welcher zusätzliche Kapazitätsbedarf
entsteht durch die Senkungen der Klassenstärken in den I-Klassen?

6. In welchen weiterführenden Schulen sind derzeit zusätzliche Klassen eingerichtet,
d.h. Klassenzüge, die über die grundsätzliche Kapazität der Schule hinausgehen?
Seit wann besteht dieser Zustand jeweils?

7. In welchen weiterführenden Schulen sind derzeit die Klassenstärken größer als
ursprünglich geplant oder eigentlich vorgesehen, um zusätzliche Kapazitäten zu
schaffen?

8. Welche Auswirkungen hat die Einrichtung zusätzlicher Klassenzüge und die
Erhöhung von Klassenstärken auf das pädagogische Konzept und die
Unterrichtsbedingungen in diesen Schulen?

9. Welchen pädagogischen Wert misst der Senat dem Kriterium des wohnortnahen
Schulbesuchs bei?

10. In welchen Schulregionen sieht der Senat derzeit und in naher Zukunft die größten
Kapazitätsprobleme beim Übergang von der vierten in die fünfte Klasse, und mit
welchen Maßnahmen plant der Senat diese Probleme zu beheben?

11. Welchen Bedarf an einer Einrichtung zusätzlicher weiterführender Schulen sieht der
Senat? In welchen Schulregionen? Gibt es hierzu bereits konkrete Planungen?

Jost Beilken, Monique Troedel und Fraktion DIE LINKE