„Übernahme aller Pflegekräfte nach der Ausbildung bei der Gesundheit Nord.“
Die Fraktion DIE LINKE hat folgende Kleine Anfrage an den Senat gerichtet:
„Wie keine andere Branche ist die Pflege bereits jetzt massiv vom Personalmangel betroffen, ein bundesweiter Pflegenotstand droht nicht nur, er ist vielerorts längst eingetreten. Über den demographischen Wandel und seine unmittelbaren Folgen besonders im pflegerischen Be-reich herrscht allseits Konsens. Denn bereits seit 1972 ist die Sterberate (Mortalität) höher als die Geburtenrate (Fertilitätsrate) bei gleichzeitig ansteigender Lebenserwartung. Die Fol-ge: Einer in Zukunft stets wachsenden Zahl chronisch kranker, multimorbider und pflegebe-dürftiger Menschen steht inzwischen eine immer weiter abnehmende Zahl von pflegerischem Fachpersonal gegenüber. Und dieser Bedarf an hochqualifiziertem Personal wird in Kliniken und Pflegeeinrichtungen weiter wachsen.
Vor diesem Hintergrund beurteilen wir die derzeitigen Pläne der Gesundheit Nord (GeNo), höchstens die Hälfte der Auszubildenden nach deren Abschluss zu übernehmen als gerade-zu fahrlässig. Dass man gut ausgebildetes Pflegepersonal nicht an die ausbildenden Häuser bindet, ihnen so eine Lebensperspektive bietet und den nicht von der Hand zu weisenden Bedarf an Pflegekräften deckt, stößt nicht nur bei den Betroffenen, es stößt auch bei uns auf Unverständnis. Seit dem Sommer 2010 kämpfen die Auszubildenden an den kommunalen Bremer Kliniken für ihre Übernahme. Die GeNo lehnt dies kategorisch ab, sondern will künf-tig höchstens der Hälfte der Absolventen einen Arbeitsplatz anbieten, wobei eine verschärfte Fehlzeiten‐ und Notenregelung zu den Auswahlkriterien gehören soll.
Wir fragen den Senat:
1) Hält der Senat die Übernahme aller an den kommunalen Bremer Kliniken ausgebildeten Pflegekräfte für notwendig, um einen drohenden Fachkräftemangel abzuwenden?
2) Welche Möglichkeiten sieht der Senat, auf die Geschäftsleitung der GeNo dahingehend einzuwirken, alle ausgebildeten Pflegekräfte zu übernehmen, um so eine menschenwürdige und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung in den Bremer Kliniken auch in Zukunft sicherzustellen?“
Peter Erlanson, Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE