Laut einer Forderung von Oliver Möllenstädt, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sollen die Gesundheitsämter für Hartz-IV-Beziehende die Kosten für Verhütungs-mittel übernehmen. So ließen sich Bremens Kosten für Abtreibungen reduzieren. Ein zu diesem Zweck erhöhter Regelsatz sei laut Möllenstädt nicht ratsam, da die Empfängerinnen das entsprechende Geld „eher in den nächsten Schnapsladen tragen als (..) in Vorsorge und selbstbestimmte Planung [..] investieren.“
Für Peter Erlanson, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, hat sich Oliver Möllenstädt mit dieser Argumentation „endgültig demaskiert“, dessen jüngster Vorstoß sei „menschenverachtend, frauenfeindlich und keinesfalls tolerabel.“
Der Vorsitzende der Linksfraktion weiter: „Sozialdemokrat und Bundesbanker Thilo Sarrazin, der erst kürzlich mit verächtlichen Tiraden zur ‚Produktion ständig neuer kleiner Kopftuchmädchen‘ den Integrationsunwillen von Migrantinnen und Migranten zu belegen versuchte, wäre von diesem populistischen Vorstoß aus dem liberalen Lager sicherlich begeistert. Und Möllenstädt setzt noch eines drauf: Er will den angeblich immensen Kosten für Abtreibungen in einem bestimmten, ihm unliebsamen Milieu durch Verhütungsmittel auf breiter Front und sogar durch Sterilisationen begegnen. Das weckt unangenehme Erinnerungen.“
Möllenstädts verbale Ausfälle gegen Hartz-IV-Beziehende hätten, so Erlanson, längst ein unerträgliches Niveau erreicht: „Die Bremer FDP wäre gut beraten, sich von derartigen Äußerungen ihres Fraktionskollegen deutlich zu distanzieren.“